So dichten Sie eine Hohlwand mit Rissen und Undichtigkeiten ab

So dichten Sie eine Hohlwand mit Rissen und Undichtigkeiten ab

Risse und Undichtigkeiten in einer Hohlwand können zu Feuchtigkeitsschäden, Wärmeverlust und Schimmelbildung führen. Selbst kleine Haarrisse können sich im Laufe der Zeit vergrößern und die Bausubstanz beeinträchtigen. Mit der richtigen Vorgehensweise lässt sich die Wand jedoch dauerhaft abdichten und die Lebensdauer des Gebäudes verlängern. In diesem Artikel erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie dabei vorgehen – von der Schadensanalyse bis zur fachgerechten Sanierung.
Was ist eine Hohlwand – und warum entstehen Risse?
Eine Hohlwand besteht aus zwei Mauerschalen – einer äußeren und einer inneren – die durch einen Luftspalt oder eine Dämmschicht voneinander getrennt sind. Diese Konstruktion dient dazu, Feuchtigkeit abzuweisen und Wärme im Gebäude zu halten. Mit der Zeit können jedoch Bewegungen im Fundament, Frost, Temperaturschwankungen oder Materialermüdung zu Rissen in den Fugen oder im Mauerwerk führen.
Dringt Feuchtigkeit durch diese Risse in den Hohlraum ein, kann die Dämmung durchnässen und ihre Wirkung verlieren. Das führt zu Kältebrücken, Schimmelbildung und Abplatzungen an der Innenwand.
Gründliche Untersuchung der Wand
Bevor Sie mit der Reparatur beginnen, sollten Sie die Ursache der Risse genau ermitteln. Eine sorgfältige Sichtprüfung hilft, das Schadensbild richtig einzuschätzen:
- Prüfen Sie die Fugen – sind sie bröckelig, porös oder gerissen?
- Achten Sie auf Verfärbungen – dunkle Stellen deuten oft auf Feuchtigkeit hin.
- Kontrollieren Sie die Bereiche um Fenster und Türen – hier treten Risse besonders häufig auf.
- Messen Sie die Rissbreite – feine Haarrisse lassen sich meist mit Mörtel schließen, größere Risse erfordern umfangreichere Maßnahmen.
Wenn Sie unsicher sind, ob die Risse durch Setzungen oder strukturelle Bewegungen verursacht wurden, sollten Sie einen Bausachverständigen hinzuziehen. Das ist besonders wichtig, wenn sich die Risse über längere Zeit verändern.
Reinigung und Vorbereitung
Sobald die Schadstellen lokalisiert sind, müssen sie gründlich gereinigt werden, damit die neue Abdichtung gut haftet. Entfernen Sie lose Mörtelreste mit einem Fugenkratzer oder einem kleinen Meißel. Anschließend bürsten Sie die Fläche mit einer harten Bürste sauber, um Staub und Schmutz zu entfernen.
Bei Algen- oder Schimmelbefall empfiehlt es sich, die betroffenen Stellen mit einem milden Reinigungsmittel zu behandeln und vollständig trocknen zu lassen, bevor Sie fortfahren.
Fugen und Risse ausbessern
Kleinere Risse und poröse Fugen können Sie mit neuem Mörtel ausbessern. Verwenden Sie eine Mörtelsorte, die zur bestehenden passt – bei älteren Gebäuden meist Kalk- oder Kalkzementmörtel, bei neueren Bauwerken Zementmörtel.
- Befeuchten Sie die Fläche leicht, damit der Mörtel nicht zu schnell austrocknet.
- Füllen Sie die Risse mit Mörtel, am besten mit einer Fugenpistole oder einem Fugeneisen.
- Drücken Sie den Mörtel fest ein und glätten Sie die Oberfläche, sodass sie bündig mit dem umliegenden Mauerwerk abschließt.
- Lassen Sie den Mörtel mindestens 24 Stunden aushärten und schützen Sie die Stelle in dieser Zeit vor Regen.
Bei größeren Schäden kann es notwendig sein, einzelne Ziegel auszutauschen. Entfernen Sie die beschädigten Steine vorsichtig und setzen Sie neue mit frischem Mörtel ein.
Dämmung in der Hohlwand überprüfen
Wenn Sie ohnehin an der Hohlwand arbeiten, lohnt es sich, die Dämmung zu kontrollieren. In älteren Gebäuden ist sie oft zusammengesackt oder durchfeuchtet. Ein Fachbetrieb kann mit einer Endoskopkamera prüfen, ob eine Nachdämmung sinnvoll ist. Moderne Einblasdämmstoffe wie Perlite, EPS-Granulat oder PU-Schaum können durch kleine Bohrlöcher in die Hohlwand eingebracht werden und verbessern die Energieeffizienz erheblich.
Vorbeugung gegen neue Risse und Undichtigkeiten
Nach der Sanierung sollten Sie Maßnahmen ergreifen, um neue Schäden zu vermeiden:
- Reinigen Sie Dachrinnen und Fallrohre regelmäßig, damit Regenwasser nicht an der Fassade herunterläuft.
- Achten Sie auf ausreichende Belüftung der Hohlräume, um Feuchtigkeit abzuführen.
- Verwenden Sie keine zu harten Mörtel bei historischen Gebäuden – sie können Spannungen und neue Risse verursachen.
- Kontrollieren Sie die Fassade regelmäßig, besonders nach Frostperioden oder starkem Regen.
Eine regelmäßige Wartung hilft, größere Schäden frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden.
Wann Sie einen Fachmann hinzuziehen sollten
Kleinere Ausbesserungen können Sie selbst durchführen. Wenn die Risse jedoch breit, durchgehend oder wachsend sind, sollten Sie einen Maurer oder Bauingenieur beauftragen. Solche Schäden können auf Setzungsprobleme oder strukturelle Bewegungen hinweisen, die eine professionelle Beurteilung erfordern.
Ein Fachmann kann außerdem die passende Mörtel- und Abdichtungsart bestimmen und sicherstellen, dass die Arbeiten fachgerecht ausgeführt werden.
Eine dichte Hohlwand schützt Ihr Zuhause
Das Abdichten einer Hohlwand ist mehr als nur eine kosmetische Maßnahme – es schützt Ihr Haus vor Feuchtigkeit, verbessert die Wärmedämmung und sorgt für ein gesundes Raumklima. Mit sorgfältiger Vorbereitung, den richtigen Materialien und etwas Geduld können Sie selbst viel dazu beitragen, dass Ihr Gebäude dauerhaft trocken und energieeffizient bleibt.










